{"id":96,"date":"2010-08-21T00:09:38","date_gmt":"2010-08-21T00:09:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/?page_id=96"},"modified":"2026-05-03T16:46:25","modified_gmt":"2026-05-03T16:46:25","slug":"vortrag-von-maria-angeles-guido","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/?page_id=96","title":{"rendered":"Leben zwischen Himmel und H\u00f6lle"},"content":{"rendered":"<p><!--:de--><br \/>\nEin Vortrag von Maria de los Angeles Guido (Engen, 1999)<\/p>\n<div id=\"attachment_298\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/mariaangeles.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-298\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-298\" title=\"Maria Angeles Guido mit Lina 1999\" src=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/mariaangeles-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/mariaangeles-200x300.jpg 200w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/mariaangeles-685x1024.jpg 685w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/mariaangeles.jpg 1181w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-298\" class=\"wp-caption-text\">Maria Angeles Guido mit Ana (Name ge\u00e4ndert) 1999<\/p><\/div>\n<p>Guten Abend liebe G\u00e4ste,<br \/>\nich freue mich, da\u00df Sie so zahlreich gekommen sind und wir den Abend gemeinsam verbringen werden.<br \/>\nIch bin Maria Angeles Guido, geb\u00fcrtige Spanierin und wohne in M\u00fchlhausen. Ich bin verheiratet und habe vier erwachsene Kinder, drei davon adoptiert. Von Beruf bin ich Eurythmistin.<\/p>\n<p>Wie komme ich dazu, nach S\u00fcdamerika zu gehen?<br \/>\nDurch eine F\u00fcgung kam ich in Kontakt mit den Menschen dieses Heimes. Ich wurde eingeladen, die Kinder zu besuchen, mit ihnen zu spielen, zu arbeiten und das Heim und seine Bed\u00fcrfnislage kennenzulernen.<br \/>\nDabei habe ich aus n\u00e4chster N\u00e4he erfahren:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Geschichte der Kinder<\/li>\n<li>Das Milieu, aus dem sie kommen<\/li>\n<li>Ihr jetziges Umfeld in Bogot\u00e1<\/li>\n<li>Die sozialen Bedingungen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf der Heimreise fragte mich ein Polizist: \u201eWas sind deine Eindr\u00fccke von Kolumbien? Was h\u00e4ltst du von uns? Sage es in einem Satz!\u201c<br \/>\nGemessen an den Erlebnissen und Eindr\u00fccken, erschienen mir die 17 Tage Aufenthalt in Bogot\u00e1 wie zwei Jahre. Ich war sprachlos.<br \/>\nMir fielen zwei Worte dazu ein: HIMMEL UND H\u00d6LLE.<\/p>\n<p>Mit diesen beiden Worten l\u00e4\u00dft sich mein Vortrag \u00fcberschauen:<br \/>\nH\u00d6LLE in der tiefen Not und Auswegslosigkeit.<br \/>\nHIMMEL im sichtbaren Wirken Gottes in dieses Elend hinein.<\/p>\n<p>Meine Ausf\u00fchrungen, verbunden mit einigen Bildern und einem Video werden ca 11\u20442 Stunden dauern. Im Anschlu\u00df sind Sie herzlich zu einem kolumbianischen Tee und einem Gespr\u00e4ch eingeladen.<\/p>\n<p>Das Vortrage auf Deutsch f\u00e4llt mir schwer. Bitte haben Sie Verst\u00e4ndnis und legen Sie meine Worte nicht auf die Goldwaage.<\/p>\n<p>Versuchen Sie meine Botschaft zu verstehen und fragen Sie, wenn etwas unklar ist. Eine politische Diskussion m\u00f6chte ich ausklammern, Ihnen aber die gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Situation in Bogot\u00e1 schildern.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wollen wir uns ansehen, wo Kolumbien liegt:<\/p>\n<p>Kolumbien ist das einzige Land S\u00fcdamerikas, das von beiden gro\u00dfen Weltmeeren begrenzt wird: Dem Atlantik im Nordosten, dem Pazifik im Westen, au\u00dferdem von der Karibik im Norden. Sie sehen, es durchziehen drei Gebirgsketten von Nordost nach S\u00fcdwest mit den dazwischenliegenden Hocht\u00e4lern das Land. In einem solchen Hochtal, auf etwa 2500 Meter H\u00f6he liegt Bogot\u00e1. Die n\u00e4chstgr\u00f6\u00dferen St\u00e4dte sind Medell\u00edn und Cal\u00ed. Es gibt keine Jahreszeiten. Sonne und Regen wechseln sich ab bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 16\u00b0 C. ( Ich habe die ganze Zeit gefroren &#8211; und das im September).<\/p>\n<p>Im Flachland herrscht subtropisches und tropisches Klima.<br \/>\nKolumbien ist reich an tropischen Fr\u00fcchten, Kaffeeplantagen und nat\u00fcrlich Kokain. Es birgt zahlreiche Bodensch\u00e4tze und Edelsteine, besonders Smaragde.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen von meinen ersten Eindr\u00fccken in Bogot\u00e1 erz\u00e4hlen:<\/p>\n<p>Das Heim liegt in einem Viertel der Mittelschicht. Die H\u00e4user sind meist zweist\u00f6ckig, in recht bescheidener Bauweise. Wir w\u00fcrden sie der Unterschicht zuordnen. Die Fenster lassen sich schwer \u00f6ffnen und schlie\u00dfen, die D\u00e4cher sind undicht. Die Kanalisation ist unzureichend \u2013 Toilettenpapier wirft man nicht in die Toilette, sondern sammelt es in Plastikt\u00fcten. Wenn es regnet werden die Stra\u00dfen \u00fcberschwemmt. Ist dann das Wasser endlich abgelaufen, sieht man gro\u00dfe und tiefe L\u00f6cher auf den mangelhaft geteerten Stra\u00dfen. Einheimische Autofahrer brausen im rasanten Tempo um diese L\u00f6cher herum. Zahlreiche ungeteerte Stra\u00dfen sind Ursache f\u00fcr viel Staub. Dazu kommen die penetranten Abgase nicht gewarteter Autos und alter Busse.<\/p>\n<p>Die Menschen bewegen sich in Massen in der Stadt. An der Kleidung erkennt man die Armut. Ich habe beobachtet, wie Menschen M\u00fclls\u00e4cke aufrei\u00dfen um etwas E\u00dfbares zu finden.<\/p>\n<p>Die Infrastruktur ist in Bogot\u00e1 vorhanden, aber durch die Armut sind viele Menschen davon ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Die Kluft zwischen Arm und Reich ist gro\u00df, die Mittelschicht verschwindet. Es gibt keine \u00dcberg\u00e4nge. Reiche haben keine Gemeinschaft mit den Armen. Sie schirmen sich ab. Jeder f\u00fcrchtet um sein Eigentum. Die Reichen sch\u00fctzen sich durch die Paramilit\u00e4rs. Gegen wen? Gegen die Guerilla und Kriminalit\u00e4t. Die staatlichen Milizen bilden die dritte bewaffnete Gewalt.<\/p>\n<p>Das Volk lebt von allen Seiten bedroht, auch auf dem Land. Hier agiert vor allem die Guerilla. Die einheimischen Autofahrer vermeiden \u00dcberlandstrecken, denn Autos werden angehalten und weggenommen. Durch Entf\u00fchrungen werden enorme L\u00f6segelder erpresst.<\/p>\n<p>Schon Kinder werden f\u00fcr die Guerilla und Paramilit\u00e4rs gewonnen und eingesetzt. Immer wieder werden Priester ermordet, weil sie gegen die Gewalt predigen. Viele Kirchen wurden deshalb geschlossen.<\/p>\n<p>Ein Menschenleben in Kolumbien ist nicht viel wert.<\/p>\n<p>Eine Frau erz\u00e4hlt in der Kirche: \u201eIch habe gesehen, wie ein Mann einen anderen nach dem Weg fragte. Danach \u00fcberquerte er die Stra\u00dfe und wurde von hinten erschossen. Der Befragte hatte die Waffe gezogen\u201c.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig werden Menschen auf offener Stra\u00dfe erschossen. Die \u201eSicarios\u201c (Berufskiller) arbeiten f\u00fcr wenig Geld.<br \/>\nAuf der Stra\u00dfe ist das Leben in Bogot\u00e1 nicht sicher. Hier sehen Sie die sch\u00f6nste Ecke Bogot\u00e1s, die kleine Altstadt. Wir wollten mit der Seilbahn zum Monserrat fahren. Auf diesem Weg durften wir nicht zu Fu\u00df gehe, weil er so sch\u00f6n begr\u00fcnt war. Diebe lauern hinter den B\u00fcschen. So mussten wir mit dem Taxi 2 1\u20442 Minuten fahren.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen nun die Familiensituation beschreiben, aus der die Kinder des Heimes kommen.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen Mann und Frau ist anders als bei uns. Nach der Darstellung des Pfarrers gibt es im Allgemeinen kein partnerschaftliches Verst\u00e4ndnis von der Ehe, in der gemeinsam Probleme gel\u00f6st werden. Die Bindung der Frau besteht in einem Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis. In der Armenschicht wirkt sich das besonders verh\u00e4ngnisvoll aus.<br \/>\nDer Mann steht oft nicht zu seiner Verantwortung gegen\u00fcber seiner Frau und seinen Kindern. Die Sexualit\u00e4t ist h\u00e4ufig ungeordnet, sexueller Missbrauch und Inzest kommen h\u00e4ufig vor. Viele M\u00e4nner haben au\u00dfereheliche Beziehungen.<\/p>\n<p>Die Frauen werden mit den Kindern allein gelassen. Mit einfachen Arbeiten versuchen sie etwas Geld zu verdienen, das aber oft nicht f\u00fcr das Notwendigste reicht. Die Kleinkinder werden ins Zimmer gesperrt, da sie nicht beaufsichtigt werden k\u00f6nnen, gr\u00f6\u00dfere Kinder kommen schon auf die Stra\u00dfe und bleiben sich selbst \u00fcberlassen. Sie wachsen auf ohne Schutz und ohne Orientierung, ganz dem zerst\u00f6rerischen Einfluss ihres Umfeldes ausgesetzt. In ihrer Suche nach N\u00e4he und Halt binden sie sich durch Sex \u2013 der Kreis schlie\u00dft sich.<\/p>\n<p>Manche M\u00fctter geben ihre Kinder zu Verwandten oder in ein Heim. Geschwister werden dabei auseinander gerissen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem ist auch der Drogenkonsum. Dazu werden wir uns einige Ausschnitte eines Videos ansehen. Sie sehen Aufnahmen aus dem gef\u00e4hrlichstem Viertel Bogot\u00e1s, \u201eEl Cartucho\u201c:<\/p>\n<p>Diese Stra\u00dfe liegt mitten im Zentrum von Bogot\u00e1. In diesem Viertel wohnen 6000 Menschen, alle drogenabh\u00e4ngig. Die Kinder sind bereits im Mutterleib abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Sie sehen, da ist jemand get\u00f6tet worden. Das geschieht t\u00e4glich. Ein unpassendes Wort oder zu viele Fragen gen\u00fcgen. Keiner wei\u00df hier, wer morgen dran ist.<\/p>\n<p>Ich habe selbst die Einschu\u00dfl\u00f6cher an den H\u00e4userfassaden gesehen. Und das, obwohl Waffen verboten sind. Es ist schwieriger, einen Waffenschein zu bekommen als ein Visum f\u00fcr die USA.<\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen sich vorstellen, da\u00df ich gro\u00dfe Angst hatte, diese Gegend zu betreten. \u00dcber das Kinderheim lernte ich einen Prediger kennen, der fr\u00fcher selbst drogenabh\u00e4ngig war. Er f\u00fchrte mich durch dieses Viertel, bis in die Innenh\u00f6fe hinein.<\/p>\n<p>Das Leben ist trist, ohne Perspektive. Die Kinder werden angehalten zu stehlen, sie lernen zu rauben und zu morden.<\/p>\n<p>Das Drogenproblem ist nicht auf dieses Viertel beschr\u00e4nkt. Drogenkonsum und die damit verbundene Kriminalit\u00e4t bestehen in der ganzen Stadt. Hier sind die Kinder besonders gef\u00e4hrdet. Manchmal m\u00fcssen sie ihren Eltern Drogen besorgen.<\/p>\n<p>Das Heim HOGAR NUEVO AMANECER hat es sich zur Aufgabe gemacht, gef\u00e4hrdete M\u00e4dchen aufzunehmen, sie zu sch\u00fctzen und ihnen eine Schulausbildung zu erm\u00f6glichen, die nicht selbstverst\u00e4ndlich ist.<\/p>\n<p>Die Direktorin Mariela Bernal ist ausgebildete Predigerin. Sie bekam den Ruf, sich f\u00fcr die Kinder einzusetzen. Sie erzieht sie im lebendigen Glauben, um ihnen f\u00fcr ihr Leben eine tragende Basis zu geben. Zur Zeit wohnen dort zwanzig Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren. Zwei Frauen helfen mit, die Kinder zu betreuen. Sie verdienen nur ein Taschengeld. Das Heim lebt fast ausschlie\u00dflich von Spenden und aus der Gnade. Die Spendengelder kommen unregelm\u00e4\u00dfig und in unterschiedlicher H\u00f6he. Es kommt auch vor, da\u00df die Kinder nichts zu essen haben. Sie m\u00fcssen sich von billigen Lebensmitteln ern\u00e4hren. So ist das Essen recht einseitig, vitamin- und eiwei\u00dfarm. Nicht selten steht Mariela um 3 Uhr nachts auf, um zu beten, da\u00df die Kinder zu Essen bekommen.<\/p>\n<p>In der Regel verlassen die Kinder das Heim im Alter von 18 Jahren. Sie stehen dann mit einem Schulabschlu\u00df aber ohne Berufsausbildung und mittellos vor dem Dilemma, sich in der zuvor geschilderten Umgebung zurechtfinden zu m\u00fcssen. Es ist dringend notwendig, da\u00df sie zuvor einen Beruf erlernen k\u00f6nnen. Marielas Ziel ist es, die M\u00e4dchen l\u00e4nger im Heim zu behalten, verbunden mit einer praktischen Ausbildung, die ihnen eine selbst\u00e4ndige Lebensf\u00fchrung erm\u00f6glicht. Bisher fehlen jedoch dazu die finanziellen Mittel. Zuerst m\u00fcssen die Grundbed\u00fcrfnisse gesichert sein.<\/p>\n<p>Es ist notwendig, da\u00df ich von dem Heim und seinen N\u00f6ten erz\u00e4hle, da sonst die Arbeit nicht weitergef\u00fchrt werden kann und das Heim schlie\u00dfen mu\u00df. Ich nehme an, da\u00df einige von Ihnen bereits Patenschaften \u00fcbernommen haben oder andere Spenden t\u00e4tigen. Sie sollen sich nicht bedr\u00e4ngt f\u00fchlen. Ich f\u00fchle mich jedoch den Kindern verbunden und bitte Sie, zu \u00fcberdenken, ob Sie eine Patenschaft \u00fcbernehmen k\u00f6nnen. Bitte erz\u00e4hlen sie auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis von dem Heim. Ich werde weiterhin mit dem Heim in Verbindung bleiben und Sie gerne \u00fcber die Entwicklung informieren. Sie k\u00f6nnen erfahren, was mit den Geldern geschieht und den Kontakt zu den Kindern bekommen. Gerne werde ich auch die Briefe f\u00fcr Sie bzw. von Ihnen \u00fcbersetzten, wenn Sie es w\u00fcnschen. Auf diesem Plakat k\u00f6nnen sie die Kinder sehen. Bei Interesse kann ich Ihnen etwas \u00fcber die pers\u00f6nliche Lebensgeschichte der Kinder erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Nachdem ich Ihnen \u00fcber die Not der Menschen in Bogot\u00e1 erz\u00e4hlt habe, m\u00f6chte ich Ihnen nun auch vom Gegenteil, dem Himmel erz\u00e4hlen. Ich habe erlebt, wie Gott in diese Not hineinwirkt und wie Er Menschen ber\u00fchrt<\/p>\n<ul>\n<li>im Heim bei den Kindern<\/li>\n<li>im Gef\u00e4ngnis (im Gespr\u00e4ch und im Gebet mit Unbekannten)<\/li>\n<li>Henry<\/li>\n<li>Leonardo (Berufskiller)<\/li>\n<li>Eduardo Betancour<\/li>\n<li>auf der Stra\u00dfe in Guatavita<\/li>\n<li>Nora<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und zwar:<\/p>\n<p>1. bei den Kindern<br \/>\n2. wie Er erwachsene Menschen von Grund auf ver\u00e4ndert hat<br \/>\n3. meine Erfahrung mit Gott<\/p>\n<p>Wie Mariela Bernal bringen auch die Kinder alle Dinge des Alltags ins Gebet. Fr\u00fchmorgens, bevor die Kinder in die Schule gehen, singen sie Loblieder und werden im Gebet in Schutz und F\u00fchrung eingeh\u00fcllt. Abends vor dem Zubettgehen bringen die Kinder in der Gemeinschaft im freien Gebet nat\u00fcrlich und spontan vor Christus, was sie den Tag \u00fcber bewegt hat. Als die Kinder am Tag meiner Ankunft gebrauchte Kleidung bekommen haben und abends noch tiefgehend ihre Freude und ihren Dank ausdr\u00fcckten, war ich zutiefst bewegt. Ich sah schon Dreij\u00e4hrige beten. Die Kinder haben untereinander ein herzliches Verh\u00e4ltnis und schenken sich gegenseitig Geborgenheit und N\u00e4he. Die Athmosph\u00e4re erinnerte nicht an zu kurz gekommene Heimkinder, sondern bezeugte eine lebendige Gemeinschaft. Der Glaube ist offenbar die zentrale Kraft in diesem Heim. Sie wirkt auch nach au\u00dfen. Die Kinder beten nicht nur f\u00fcr sich, sondern auch f\u00fcr die Menschen, die sie unterst\u00fctzen und f\u00fcr die Menschen, die in Not sind: \u201eLieber Jesus, hilf du und segne alle Frauen, die zu uns kommen.\u201c &#8211; T\u00e4glich kommen Anrufe von Frauen, die ihre Kinder bringen wollen. Stehen sie vor der T\u00fcr, so werden sie erst einmal empfangen. Man k\u00fcmmert sich um sie, gibt ihnen Essen, Kleidung und Geld f\u00fcr den Bus. Sie werden mit einem Gebet verabschiedet. Kinder k\u00f6nnen keine mehr aufgenommen werden.<\/p>\n<p>Mariela und ich besuchten die Mutter eines der M\u00e4dchen im Gef\u00e4ngnis. Immer wieder seit elf Jahren sitzt sie dort wegen Diebstahls. Ihre Tochter wurde im Gef\u00e4ngnis geboren und verbrachte dort die ersten drei Lebensjahre. In diesem Frauengef\u00e4ngnis entwickelten sich spontan Gespr\u00e4che mit einigen Frauen. Sie erz\u00e4hlten von ihren Problemen und waren erstaunt und dankbar f\u00fcr unser echtes Interesse. Die meisten waren nicht gl\u00e4ubig, und dennoch schien mir im Schlu\u00dfgebet, da\u00df sie ber\u00fchrt waren.<\/p>\n<p>Henry leitet ein Haus f\u00fcr Drogenabh\u00e4ngige. Fr\u00fcher selbst abh\u00e4ngig, wurde er nach seiner Bekehrung von der Droge befreit. Heute lebt er zusammen mit noch Abh\u00e4ngigen. Er teilt das Leben mit ihnen und hilft ihnen, von der Sucht wegzukommen. Dabei holt er die Menschen da ab, wo sie sind. Er geht auf ihre Probleme ein und f\u00fchrt sie zu Gott hin. Als ich Henry kennenlernte, war ich beeindruckt von seiner Ausstrahlung: sanftm\u00fctig, dabei klar und konsequent.<br \/>\nBei meinem Abschied betete er: \u201eHerr, ich bitte Dich, sei bei Maria Angeles, da\u00df die Menschen Jesus in ihr sehen.\u201c Damit sprach er genau das aus, was ich an ihm wahrnehmen konnte: JESUS.<\/p>\n<p>Hier sehen Sie Leonardo, den Hausmeister einer christlichen Schule. Er ist ein friedfertiger Mann mit viel Humor. Wenn man ihn so erlebt, ahnt man nicht, was er fr\u00fcher f\u00fcr ein Mensch war.<\/p>\n<p>Er erz\u00e4hlte mir unbefangen, da\u00df er, bevor er Hausmeister wurde, ein Sicario war. Wissen Sie, was Sicario hei\u00dft? Berufskiller! Er wurde mehrfach verurteilt, insgesamt zu 122 Jahren Gef\u00e4ngnis. Weiter erz\u00e4hlte er mir, da\u00df er sich im Gef\u00e4ngnis zu Christus bekehrt hatte. Von diesem Augenblick an wurden ihm die Gef\u00e4ngnisstrafe Zug um Zug erlassen. Unter anderem wegen guter F\u00fchrung, Flei\u00df, Zuverl\u00e4ssigkeit und Kameradschaftlichkeit.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich predigte Leonardo im Gef\u00e4ngnis. Er wurde begnadigt.<\/p>\n<p>Insgesamt hat er 16 Jahre seines Lebens im Gef\u00e4ngnis verbracht. Der Pastor, der w\u00e4hrend des Gespr\u00e4ches daneben stand, f\u00fcgte hinzu: \u201eLeonardo ist ein neuer Mensch. Nichts, aber auch gar nichts von seiner Vergangenheit haftet an ihm.\u201c<\/p>\n<p>Hier sehen Sie Eduardo Betancour. Sie kennen ihn schon vom Video. Er stammt aus einer kriminellen Familie. Mit 13 Jahren brach er mit seinem Vater und nahm sich vor, ihn zu t\u00f6ten. Eduardo begann, Drogen zu nehmen. Seine Biographie ist gef\u00fcllt mit bewegenden Ereignissen. Ich m\u00f6chte mich auf das Wichtigste beschr\u00e4nken:<\/p>\n<p>Eduardo arbeitete im Drogenhandel f\u00fcr den ber\u00fcchtigten Drogenboss Escobar. In der Dealerhierarchie hatte er einen Vorgesetzten, von dem er seine Auftr\u00e4ge bekam. Eines Tages geriet Eduardo mit ihm in Streit und beide zogen die Waffen. Eduardo wurde eine lange Schnittwunde im Gesicht zugef\u00fcgt. Diese Entstellung macht ihn so zornig, da\u00df er beschlo\u00df, den Vorgesetzten zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Die Zeit verstrich, Eduardo sucht immer wieder nach Gelegenheiten, seinen Vater und jenem Vorgesetzten zu begegnen um sie umzubringen. Inzwischen stieg er auf der kriminellen Karriereleiter immer h\u00f6her. Er betrieb Waffenhandel. Er nahm sich seinen Schwager zum Vorbild, der so kaltbl\u00fctig t\u00f6ten konnte. Aber eine Begegnung mit Eduardos ausgew\u00e4hlten Opfern wurde immer wieder vereitelt. Entweder fand er beide M\u00e4nner nicht, oder sie sa\u00dfen gerade im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Die Drogen zerst\u00f6rten zunehmend Eduardos Leben, und zwar nicht nur sein eigenes. Ein unter Drogeneinflu\u00df gezeugtes Kind kam schwerstbehindert zur Welt. Das Kind starb, die Beziehung mit der Freundin ging auch in die Br\u00fcche.<br \/>\nEduardos Leben schwankte zwischen zwei Extremen: Wenn er Geld hatte, lebte er in Saus und Braus in teuren Hotels mit Frauen. Hatte eralles ausgegeben, landete er bei seinesgleichen im Drogenviertel El Cartucho.<\/p>\n<p>Zwischendurch sa\u00df er immer wieder im Gef\u00e4ngnis. Hier nahm sich ein Pastor der Gefangenen an und predigte ihnen. Aber das k\u00fcmmerte Eduardo nicht. Er setzte sein Leben wie gewohnt fort. Doch die Drogen machten ihn fertig und hielt ihn im El Cartucho fest. Als er wieder einmal ins Gef\u00e4ngnis kam, geschah ihm etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches, v\u00f6llig Fremdes: Er hatte eine Vision. Er sah Jesus.<br \/>\nAber Eduardo wu\u00dfte nichts damit anzufangen. &#8211; Im Gegenteil: Wieder aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen, wurde seine Pers\u00f6nlichkeit zunehmend zerst\u00f6rt und es m\u00fcndete im totalen Zusammenbruch. Mittellos und lethargisch nahm er wahr, da\u00df er in einer Sackgasse gelandet war. Er erkannte die Sinnlosigkeit seines Lebens. Eduardo sehnte sich nach dem Tode.<\/p>\n<p>Ein alter Mann sprach zu ihm: \u201eGeh in die Kirche und h\u00f6re dir das Wort Gottes an!\u201c<\/p>\n<p>Einmal streifte er durch die Stra\u00dfen und suchte ein Opfer, dem er etwas stehlen konnte. Pl\u00f6tzlich \u2013 er wu\u00dfte nicht wie \u2013 sa\u00df er in einer Kirche. Der Pfarrer, dem Eduardos Gegenwart auffiel, ging pl\u00f6tzlich auf ihn zu und gab ihm die Hand. Dar\u00fcber wunderte sich Eduardo, er wu\u00dfte um sein zerlumptes Aussehen. Da\u00df \u00fcberhaupt jemand auf ihn zuging, lie\u00df ihn staunen. Unmittelbar sagte der Pfarrer:<br \/>\n\u201eIch zeige dir, wie man betet.\u201c Der Pfarrer fiel auf die Knie, erhob seine Arme und betete laut zu Gott. Eduardo war verbl\u00fcfft und verlie\u00df wortlos die Kirche.<\/p>\n<p>Ein anderes Mal fand er sich wieder in dieser Kirche. Diesmal war die Kirche voll und die Gemeinde sang und lobpreiste Gott laut und mit Inbrunst. Das versetzte Eduardo in Panik und er verlie\u00df fluchtartig die Kirche.<\/p>\n<p>Dennoch entwickelte sich ein Bezug zum Pfarrer. Dieser bot Eduardo an, bei der Vergr\u00f6\u00dferung des Gemeinderaumes mitzuhelfen. Eduardo hielt zum ersten Mal in seinem Leben ein Werkzeug in der Hand und er merkte, da\u00df ihm die k\u00f6rperliche Arbeit guttat. Ein ganzes Jahr arbeitete er beim Umbau mit. T\u00e4glich kam er mit einer ganz anderen Welt in Ber\u00fchrung. Eduardo lernte ein Frau kennen, die aus einer intakten Familie und gehobenem Milieu kam. Der Pfarrer versicherte Eduardo, Gott w\u00fcrde ihm alle S\u00fcnden verzeihen. Er m\u00fcsse aber die Drogen sein lassen.<\/p>\n<p>Dann kam Eduardo wieder ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Eduardo hatte zuvor Gemeinschaft erlebt und sehnte sich danach, vor Weihnachten aus dem Gef\u00e4ngnis zu kommen. Er sprach zu Gott: \u201eWenn du mich hier rausnimmst, verspreche ich dir, die Drogen sein zu lassen. Zwei Tage vor Weihnachten holten zwei W\u00e4rter Eduardo unerwartet aus seiner Zelle, brachten ihn ins Polizeiauto und fuhren ihn aus der Stadt heraus. Dort stiegen sie aus.<\/p>\n<p>Mit Maschiengewehren bewaffnet, forderten sie Eduardo auf, vor ihnen herzulaufen. Eduardo hatte Todesangst. Er drehte sich beim Gehen um, damit er seine Peiniger sehen konnte. Nach einer Weile riefen die W\u00e4rter, er solle loslaufen. Eduardo ging weiterhin zur\u00fcckgewandt, aus Angst, er k\u00f6nne erschossen werden. Nach einigem Abstand rannte er fort, so schnell er konnte.<br \/>\nF\u00fcr Eduardo war ein Wunder geschehen.<\/p>\n<p>Wie versprochen versuchte er, von den Drogen wegzukommen. Doch als es ihm nicht gelang, schloss er ein Kompromi\u00df: Tags\u00fcber beten, nachts die Drogen zuzulassen. Sein Zustand besserte sich nicht. Der Pastor sagte zu ihm: \u201eDu mu\u00dft dich entscheiden.\u201c<br \/>\nEduardo lauschte in sich hinein und vernahm eine Stimme: Hilf dir selbst und auch den anderen, von den Drogen wegzukommen. Ich werde dir alle Mittel geben, die du dazu brauchst.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter befand sich Eduardo in einem Raum mit anderen Drogenabh\u00e4ngigen. Er erhob die Arme, wie er es beim Pastor gesehen hatte, und rief zum Heiligen Geist. Er f\u00fchlte seine Gegenwart. W\u00e4hrend er so dastand, fielen die anderen auf die Knie. Eduardo sah Jesus durch die T\u00fcr kommen. Alle Anwesenden begannen zu weinen.<\/p>\n<p>Von nun an wu\u00dfte Eduardo, da\u00df Gott mit ihm gesprochen hatte und ihm helfen w\u00fcrde.<br \/>\nEr nahm sich der Drogenabh\u00e4ngigen im El Cartucho an und predigte ihnen. Dort gr\u00fcndete Eduardo sein erstes Heim f\u00fcr Abh\u00e4ngige. Finanziert durch Spenden und staatliche Hilfen folgten weitere.<\/p>\n<p>Eduardo heiratete seine Freundin, hat Kinder und lebt in einer intakten Familie. Seine gesamte Familie bekehrte sich. Eine Schwester, die ihren Mann ermordet hatte, arbeitet heute mit Eduardo zusammen.<\/p>\n<p>Jetzt komme ich zu meinen pers\u00f6nlichen Erfahrungen.<\/p>\n<p>Wir begaben uns ins Drogenviertel El Cartucho. Eduardo hatte eine Gruppe an Helfern zusammengerufen. Auch Mariela und die \u00e4lteren Kinder des Heimes halfen mit. Hier wurden Menschen frisch eingekleidet, vorausgesetzt, sie wuschen sich hinter einem aufgestelltem Sichtschutz. Die Haare wurden geschnitten, \u00c4rzte kontrollierten den Gesundheitszustand, vor allem den der Kinder. Zum Schlu\u00df bekamen alle eine Mahlzeit.<\/p>\n<p>Eduardo schickte mich in die Stra\u00dfen um die Kinder zum Waschen zu holen. Auf diese Weise ging ich zum ersten Mal alleine durch die Stra\u00dfen von El Cartucho. Ich fasste Mut, sah mich nach den Kindern um und sprach sie an. Einen etwa Neunj\u00e4hrigen sah ich auf dem Gehsteig sitzen, rauchend und mit benebeltem Blick. Das machte mich sehr betroffen. Ich ging die Stra\u00dfe weiter entlang, dabei blickte ich immer wieder zur\u00fcck, um den Kontakt mit meiner Gruppe nicht zu verlieren.<\/p>\n<p>Dann kam der Punkt, an dem ich nur noch meine Umgebung wahrnahm. Ich schaute die heruntergekommenen Gestalten an, sah ihre abgestumpften Mienen. Etwas \u00f6ffnete sich in mir. Ich f\u00fchlte in mir eine Kraft aufsteigen, die diese Menschen aufrichten wollte. Mein Herz flo\u00df \u00fcber vor Mitgef\u00fchl. Es war mir, als w\u00fcrde ich die Menschen mit Geist und Seele anr\u00fchren und aufrichten. Ich merkte, ich hatte den inneren Schutzwall aufgegeben; Ich war verschmolzen mit der Umgebung. Dabei nahm ich wahr: Ich war von Gott gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Eine Frau begegnete meinem Blick: Sie hob ihr ausdrucksloses Gesicht, ein Leuchten ging \u00fcber ihre Z\u00fcge, ihre Augen f\u00fcllten sich mit Leben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich an den sitzenden und liegenden Menschen vorbeiging, bemerkte ich, da\u00df ein Mann gleichsam mit mir ging. Ich gelangte an die Kreuzung, an der sich meine Gruppe aufhielt, als er pl\u00f6tzlich auf mich zukam und sagte: \u201eWas f\u00fcr einen sch\u00f6nen Blick du hast!\u201c<br \/>\nIch verstand, was er meinte.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte noch ein Erlebnis erz\u00e4hlen, das ich bei dieser Aktion mit einer drogenabh\u00e4ngigen Frau hatte. Nora war klein, sehr schmal, hinkte. Sie hatte es schwer, in der Menschenmenge voranzukommen. Ich bot ihr meine Hilfe an, w\u00e4hlte f\u00fcr sie passende Kleider aus, begleitete sie zur Waschstelle. Ich musste sie beim Gehen st\u00fctzen. Als sie furchtbar zu husten begann, hielt ich sie mit beiden Armen umfangen.<\/p>\n<p>Ich sah auf ihre Kopfhaut, sie war aufgerissen und eitrig. Der Hustenanfall wollte nicht aufh\u00f6ren und ich hielt sie fest im Arm, damit sie nicht fiel. In diesem Augenblick f\u00fchlte ich ihre ganze Not und Tragik mit.<\/p>\n<p>Ich mu\u00dfte weinen. Nora versuchte, mich zu tr\u00f6sten: \u201eNo llores, no llores \u2013 Nicht weinen, nicht weinen\u201c. Dann erz\u00e4hlte sie mir, ihre Mutter sei gestorben, der Mann habe sie verlassen und nun lebe sie auf der Stra\u00dfe. \u201eIch m\u00f6chte Liebe\u201c.<\/p>\n<p>Ich sagte ihr, Jesus sei bei ihr und liebe sie. Sie fragte, ob er sie sehen w\u00fcrde. Ich bejahte und sie fragte weiter, ob Jesus alles sehe, was sie t\u00e4te. \u201eNicht alles, was ich getan habe, war gut.\u201c Wir beteten gemeinsam. Zum Schlu\u00df sagte ich: \u201eGott will, da\u00df du hier rauskommst, er hat etwas mit dir vor.\u201c<\/p>\n<p>Nora \u00fcbergab sp\u00e4ter ihr Leben Christus.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Zeit in Bogot\u00e1 machte ich auch an mir selbst eine \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrung. Meine K\u00f6rperzellen schienen sich zun erneuern. Ich f\u00fchlte mich ges\u00fcnder. Das erinnerte mich an die Worte einer Pastorin, die in Heilungsgottesdiensten die H\u00e4nde auflegt: \u201eWenn ich meine H\u00e4nde auflege, dann wei\u00df ich, ob Heilung geschieht. Ich sp\u00fcre dann die Auferstehungskr\u00e4fte.\u201c<\/p>\n<div id=\"attachment_319\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/02_02.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-319\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-319\" title=\"M.A. Guido und ihre Tochter helfen beim Verteilen von Wasser im El Catucho\" src=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/02_02-300x202.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/02_02-300x202.jpg 300w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/02_02-1024x691.jpg 1024w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/02_02.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-319\" class=\"wp-caption-text\">M.A. Guido und ihre Tochter helfen beim Verteilen von Wasser<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_320\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/03_02.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-320\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-320\" title=\"Kleiderspende im Cartucho ganz links im Bild die Heimgr\u00fcnderin Mariela Bernal\" src=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/03_02-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/03_02-300x212.jpg 300w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/03_02-1024x723.jpg 1024w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/03_02.jpg 1760w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-320\" class=\"wp-caption-text\">Kleiderspende im Cartucho ganz links im Bild die Heimgr\u00fcnderin Mariela Bernal<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_321\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Blick-nach-oben01_02.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-321\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-321\" title=\"Blick nach oben\" src=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Blick-nach-oben01_02-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" srcset=\"http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Blick-nach-oben01_02-300x204.jpg 300w, http:\/\/kinderheim-kolumbien.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/08\/Blick-nach-oben01_02-1024x698.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-321\" class=\"wp-caption-text\">Blick nach oben<\/p><\/div>\n<p>Hier sehen Sie das letzte Bild meines Vortrages: Mit den Kindern machte ich einen Ausflug in die Berge nach Guatavita. Die Kinder waren ausgeritten und ich blieb mit der Besitzerin zur\u00fcck, obwohl ich sehr gerne mitgeritten w\u00e4re. Bald sollte sich zeigen, wof\u00fcr das gut war. Diese Frau sprach sehr offen. Sie begann aus ihrem Leben zu erz\u00e4hlen. Mit ihrem ersten unehelichen Kind habe sie gro\u00dfe Probleme. Ihr Freund habe sie verlassen, als sie hochschwanger war. Der Junge leide noch heute unter den Folgen. Sie habe als Mutter alles versucht, um ihm zu helfen. Ich riet ihr, auf Gott zu vetrauen. Wir k\u00f6nnen nicht immer alles selbst bewirken. Gott wirkt und ver\u00e4ndert. Er will nur die Erlaubnis von uns haben, es zu tun. Sie kann ihr Herz f\u00fcr Christus \u00f6ffnen und ihn bitten, in ihr Herz und in ihr Leben zu treten und darin zu wirken.<\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hlte ihr von meine eigene Erfahrungen damit, wie Christus vieles in meinem Leben ver\u00e4ndert und geheilt hat und indirekt auch bei meinen Kindern gewirkt hat. Die Frau nahm meine Worte dankbar an. Sie wolle auch allein ein solches Gespr\u00e4ch mit Jesus f\u00fchren. Dann erinnerte sie sich an jemandem und erz\u00e4hlte folgendes:<\/p>\n<p>\u201eAls ich mit dem viertem Kind hochschwanger war, brachen Diebe in mein Haus ein, r\u00e4umten die K\u00fcche aus und stahlen das m\u00fchsam f\u00fcr die Entbindung gesparte Geld. Das geschah eine Woche vor der Geburt meines Kindes. Ich war verzweifelt und niedergeschlagen. Eine Frau aus dem Dorfe kam zu mir und sagte: \u201aIch werde dir das Geld geben, das du f\u00fcr die Entbindung brauchst. Und neue T\u00f6pfe f\u00fcr deine K\u00fcche. Aber denke nicht, alles sei f\u00fcr dich. Gib einen Teil davon an jemand anderes weiter, der es braucht.\u2019 Ich war gehorsam. Es gibt eine kleinen Jungen, dessen Eltern gestorben sind und der alleine lebt. Da er sehr arm ist, kaufte ich ihm einen Anzug f\u00fcr seine Erstkommunion und gab ihm auch noch einige T\u00f6pfe dazu. Seitdem fehlt mir im Leben nichts. Obwohl ich arm bin, habe ich immer genug.\u201c<\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Vortrag von Maria de los Angeles Guido (Engen, 1999) Guten Abend liebe G\u00e4ste, ich freue mich, da\u00df Sie so zahlreich gekommen sind und wir den Abend gemeinsam verbringen werden. Ich bin Maria Angeles Guido, geb\u00fcrtige Spanierin und wohne in M\u00fchlhausen. Ich bin verheiratet und habe vier erwachsene Kinder, drei davon adoptiert. 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